Hiroshima – Mitten im Hypozentrum

Nach meiner kleinen Wandertour durch Miyajima ging es heute also in die Stadt Hiroshima selbst. Das Friedensmuseum zum Atombombenabwurf am 06.08.1945 und das Hiroshima Castle standen auf dem Plan.

Die Gründe für den Atombombenabwurf

Die Atombombe „Little Boy“ wurde am 06.08.1945 durch die USA auf Hiroshima abgeworfen. Dies sollte dazu führen den Pazifik Krieg mit einem statuierten Exempel zu beenden und zudem den Einfluss der Soviet Union klein zu halten. Weiterhin wollte die US – Regierung die horrenden Kosten für die Herstellung der Atombomben mit einem erfolgreichen Einsatz vor der Heimat rechtfertigen,

Dabei wählte eine amerikanische Kommission mehrere Städte in Japan als mögliche Zielpunkte aus. Auf der Liste waren z.B. Nagasaki, welches drei Tage später ebenfalls Opfer einer Atombombe wurde, Kyoto, Tokyo, usw.

Die Kritikpunkte zur Auswahl des entsprechenden Ortes zum finalen „Testen“ der Atombombe beliefen sich auf Größe, Umgebung (Hügelige Umgebung bildet einen Kessel und somit mehr Zerstörungswucht) und aktuelle Wetterbedingungen. Die Wahl fiel dann mit dem Hauptargument der einschließenden Bergketten auf Hiroshima, damit die Zerstörungswucht maximiert werden konnte.

Der Abwurf und die Folgen

Der Abwurf stand über Hiroshima bevor und zielte auf die T-förmige Brücke XY im Zentrum von Hiroshima. 600m über diesen Punkt kam es dann zu der Fusion des Atomkerns, welche kürzer als eine Millisekunde war. Die Explosionswucht und die atomare Reaktion kreierten eine so starke Hitze, dass Menschen, selbst innerhalb von Gebäuden, sofort komplett verbrannt wurden und somit nicht mehr existierten.

Menschen, die weit genug weg waren vom Hypozentrum erlitten schlimmste Verbrennungen und natürlich eine Verstrahlung, die sich später im Leben noch auswirken wird.

Kurz nachdem sich die Explosion langsam legte, begann ein Regenschauer. Staub und Dreck wurden in den Himmel geschleudert und verbanden sich mit der Radioaktivität und weiteren Partikeln. Daraus entstand der sogenannte „Black Rain“. Dieser setzte jedem, der es auf irgendeine Weise überlebt hat, nochmal nach.

Geschätzt wurden durch die Atombombe ~140000 (+- 10000) Menschen getötet.

 

Eine etwas andere Atmosphäre im Museum

Man merkte bei Beginn der Tour durch das Museum klar, dass das Thema kein leichtes ist. Jeder wandert schleichend durch das Museum, ohne einen größeren Mucks zu machen, ähnlich wie in der Kirche. Von Tafel zu Tafel und zur nächsten Darstellung liest man sich durch oder hört der englischen Audio Stimme des Abspielgeräts im Ohr zu. Gerade als am Ende auch nochmal verschiedene Bilder von verbrannten Leuten gezeigt wurden, gingen die meisten Leute recht schnell weiter.

Persönlich habe ich mich mit der Atombombe in Hiroshima seit dem Geschichtsunterricht nicht mehr befasst, aber nach diesem Besuch frage ich mich, mit welcher Willkür und mit welchem Recht die USA damals diese Entscheidung treffen konnte.
Das Wort, das am meisten im Museum gefallen ist, war „inhuman“ –  „unmenschlich“.
Beim Betrachten dieser Bilder und den Begründungen muss man ganz ehrlich sagen, ja.., unmenschlich war es!

Aus dem Museum geht man wahrlich bedrückt weiter zur Erinnerungsstätte aller namentlich bekannten Opfer. Und diese hat mit ihrer Architektur und inneren Großräumigkeit einen gewaltigen Eindruck auf mich hinterlassen. Ich denke, dass kann man über die Bilder leider nicht nachempfinden.

Unter der Abwurfstelle der Atombombe

Zum Abschluss ging es über die Friedensglocke der Kinder weiter zum Hypozentrum. Der T-förmigen Brücke und dem jetzigen A-Bomb Dome. Wenn man nach oben schaut und sich versucht bewusst zu machen, dass 600m über einem eine Atombombe explodiert sei, dann fällt das schwierig. Man schaut sich um, in dem Wissen, wie es nach der Zerstörung ausgesehen hat, aber man kann es sich nicht vorstellen. Ich umrundete den A-Bomb-Dome und schloss damit das Thema ab.

Glücklicherweise ist mittlerweile die Sonne herausgekommen und ich konnte meine Jacke wieder einpacken.

Aussicht genießen und Origamis falten

Direkt neben dem A-Bomb-Dome ging es um einiges erfreulicher zu. Dort befand sich ein Hochhaus, welches mit einer offenen Holzeterasse wirbt. Die Aussage und das dazugehörige Bild haben mich in den Bann gezogen und ich folgte der Einladung. Oben angekommen geht man aus dem Fahrstuhl hinaus und hat einen ähnlichen Treppenaufgang wie die Spieler in der Allianz Arena.

Man steigt die Treppen hinauf und ist erst noch geblendet vom Sonnenlicht. Erst als sich die Augen daran gewöhnen und man einen leichten Windzug verspürt, erkennt man die Offenheit dieser Terrasse. Vor mir liegt ein Kunstrasen, auf dem sich die Leute entspannen und die Aussicht genießen können. Die Decke ist mit Blumen geschmückt. Man blickt links auf das Friedensmuseum und den Park und ganz rechts hat man die Möglichkeit das Hiroshima Castle zu sehen.

Mein Instagram Highlight

Obwohl ich etwas unter Zeitdruck wegen den Öffnungszeiten der Burg stand, machte ich es mir doch erst einmal bequem und entspannte unter dem Einfall der warmen Sonne.

Wenn man wollte, konnte man ein Stockwerk tiefer dann noch Origamis falten, welche in der Folge in der Glasfassade des Gebäudes geworfen wurden.


 

Hiroshima Castle

Am Ende des Tages ging es für mich noch in die Burg von Hiroshima. Mit ihrem weitläufigen Aufbau und dem großen Wassergraben läuft man eine Zeit lang, um zur Burg zur gelangen. Der Aufbau selbst ist typisch für eine japanische Burg, die nach der Atombombe rekonstruiert wurde. Hier merkt man dann jedoch den Unterschied zu Städten wie Tokyo oder Osaka, da bei vielen Ausstellungsstücken innerhalb der Burg keine englische Beschreibung mehr dabei ist. Leider konnte ich hier also nicht so viel mitnehmen.

Ciao Hiroshima, hallo Okayama

Die Tage in Hiroshima sind also nun vorbei und jetzt geht es im nächsten Blog Beitrag weiter nach Himeji und Okayama.
Die Bilder hierzu findet Ihr wie gewohnt in meiner Onedrive, die über den Link auf Fotos und Videos erreichbar ist.

Ich freue mich, wenn Ihr dabei seid und auch gerne auf eure Kommentare und Fragen.

Bis dahin!

DomZrrR

 

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