Live Action Movies – Wie Netflix die Anime Branche verändert

Live Action Movies, basierend auf Mangas und Animes, haben seither einen schwereren Stand. Hohe Erwartungen, falsche Besetzungen und viele weitere Gründe sind oftmals die Argumentationen von eingefleischten Fans. Doch Streaming Plattformen à la Netflix & Co. investieren mehr denn je in Animes und vor allem Realverfilmungen.

Vor zwei Jahren haben wir bereits versucht zu analysieren, warum Realverfilmungen meistens in der Kritik stehen. Neben den hohen Erwartungen, die ein überzeugter Fan des Original Anime/Manga hat muss eine Adaption in Bezug auf den Cast und die Story nicht nur für die japanischen Zuschauer attraktiv sein, sondern auch für den westlichen Bereich. Gerade bei den beiden wichtigen Komponenten des Cast und der Story sollte man genauer hinschauen.

Whitewashing: Ja oder Nein? – Das Setting entscheidet

Während japanische Produzenten das Setting und den Cast hauptsächlich heimisch bestücken, kommt es schnell vor, dass Hollywood Produktionen dies komplett auf die westliche Ebene ausbreiten. Das sogenannte Whitewashing, also die Bestückung des Casts mit westlichen Schauspielern, geriet zum Beispiel bei der Live-Action Adaption des Animes „Ghost in the Shell“ unter Beschuss.
Fans des Cyberpunk Klassikers von Mamoru Oshii konnten sich zunächst nicht mit der Hauptdarstellerin Scarlett Johansson anfreunden, da Sie einfach nicht ihre Erwartungen traf. Für den neutralen (westlichen) Beobachter entstand jedoch ein Film, der den ein oder anderen zum Fan von „Ghost in the Shell“ werden ließ.

Eine Adaption, bei der Whitewashing auf jeden Fall Sinn gemacht hätte, ist die Verfilmung des beliebten Franchises „Full Metal Alchemist“ in 2017 von Netflix. Das Setting der Serie spielt in Europa während der Ära der industriellen Revolution. Die Charaktere werden hierbei im Anime europäisch dargestellt, weshalb sich die damalige Kritik auf die klaren Unterschiede zwischen dem Cast und deren Rollen berief.
Neben der nicht optimalen Besetzung des Casts, hatte der Film jedoch auch große Probleme mit der Story. Hier haben der Regisseur und die Produzenten zu viele Handlungsstränge der Vorlage versucht unterzubringen. Zu oft besteht ein Franchise, wie hier „Full Metal Alchemist“, aus mehreren Handlungsabschnitten (Arcs), die als Serie funktionieren, als Film in 90 bis 120 Minuten jedoch nur als gehetzt und gestopft wirken. So ist es am Ende für die Fans und Interessierten des Films eher verwirrender und enttäuschend als vergnügsam und zufriedenstellend.

Netflix größter Erfolg bisher – Bleach (2018)

Positiv fiel 2018 in Bezug auf Story und Cast die Realverfilmung des Shounen Jump Mangas „Bleach“ auf. Der Cast passt zum Setting sowie zu den Charakteren und die Story wurde klar auf den ersten Handlungsabschnitt begrenzt. Damit verstrickt sich „Bleach“ nicht in fragwürdigen Plot Handlungen und einer Charakterflut, wie es bei „Full Metal Alchemist“ der Fall war. Auch im Bereich CGI konnte der Film überzeugen und stellte für Netflix einen großen Erfolg dar. Da nur der erste Teil der Serie abgehandelt wurde, steht ein Nachfolger wahrscheinlich schon in den Startlöchern.

Streaming Plattformen investieren mehr denn je in Anime

Streaming Plattformen, insbesondere Netflix investieren in den letzten Jahren immer mehr in den Bereich Anime. Seit 2015 stieg die Zahl von eigenproduzierten Animes von 4 auf 40 Serien in 2019. Auch ältere Klassiker wie Neon Genesis Evangelion, die hierzulande noch nicht einmal via Streaming verfügbar waren, können jetzt über den Streaming Giganten geschaut werden. Auch überraschend ist die Statistik über die meistgesehene Serie in 2018. Die „Seven Deadly Sins“ stehen hierbei an der Spitze.
Die Nischenkonkurrenz (Crunchyroll, Anime On Demand, usw.) muss sich vor Netflix langsam in Schutz nehmen, da die Streaming Plattform mit Ihrem Mainstream Ansatz eine starke Zuschauerschaft in der Hinterhand hält und weitere Inhalte folgen werden.

Die Flut an neuen Animes hat man dem zuständigen Netflix Content Manager John Derderian zu verdanken. Er sorgt für immer mehr Nachschub, da seiner Meinung nach, es in jedem Land eine Vielzahl an Anime Fans gibt, die mit ihrem Herz und Engagement diese Rubrik unterstützen.

Netflix hört hier jedoch nicht auf. Neben mehreren produzierten Live Action Movies, wie die oben genannten „Full Metal Alchemist“ und „Bleach“, werden weitere Realverfilmungen, vor allem in Serien Format, erfolgen. Hier wurden bereits Anime Klassiker in Form von Cowboy Bepop oder sogar One Piece angekündigt.

Man darf hier gespannt sein, wie Netflix die Problematiken von Realverfilmungen angeht und diese versucht für (fast) alle Zuschauer zufriedenstellend zu produzieren. Vor allem der Aspekt von realverfilmten Serien könnte ein Schlüssel sein, um die Zuschauer mit einer packenden Story in ihren Bann zu ziehen.